DIChakren sind feinstoffliche Zentren oder Knotenpunkte in der Form sich drehender Räder, die sich in der Wirbelsäule befinden (Sanskrit:sushumna). Man kann sie als den Spielplatz der Elemente betrachten, den Bausteinen für die gesamte psychische und physische Existenz.
Die Chakren sind Energieräder, die gleichzeitig als Zentren der Umwandlung von psychischer oder mentaler Energie in spirituelle Energie dienen. Jedes Chakra ist ein Speicher für verschiedene psychische und physische Energien, die durch den Atem aktiviert werden, während die Energie mit dem Fluss der Elemente von einem Chakra zum nächsten gelangt.
Die feinstofflichen Energieformen sind eine Kombination aus Tanmatra und Mahabhuta. Die fünf Elemente entstehen aus den fünf Tanmatras, nämlich Klang (shabda), Geruch (gandha), Geschmack (rasa), Form (rupa) und Berührung (sparsha). Tanmatra bedeutet wörtlich „nur das“ (tan= das, matra=nur) und bezeichnet reine Schwingungen bzw. Essenzen.
Der Überlieferung nach heißt es: „Klang erzeugt Leere (akasha), Geruch erzeugt Erde (prithivi), Geschmack erzeugt Wasser (jala), Form erzeugt Feuer (agni) und Berührung erzeugt Luft (vayu). Aus den Tanmatras entwickeln sich die Elemente (Mahabhutas) und aus den Mahabhutas entwickeln sich die Sinnes- und Arbeitsorgane (indriyas). Obwohl die Chakren feinstofflich sind, haben Sie einen eindeutigen Bezug zu unserem grobstofflichen Körper und seinen Funktionen. Jedes der ersten fünf Chakren steht mit einem bestimmten Element in Beziehung:
- Das erste Chakra: Mulhadara, auch Wurzelchakra genannt, mit Erde
- Das zweite Chakra: Svadhishthana, oder Sacralchakra, mit Wasser
- Das dritte Chakra: Manipura, oder Solar Plexus Chakra, mit Feuer
- Das vierte Chakra: Anahata, oder Herzchakra, mit Luft
- Das fünfte Chakra: Vishuddha mit Raum/Äther
Man kann sich die Chakren als Lotusblüte mit einem pulsierenden Zentrum vorstellen. In den Chakren hat jedes Blütenblatt ihr zugeordneten Samen-Ton (Sanskrit: bija mantra). Die Bija Mantras sind Tonfrequenzen, die dazu benutzt werden, die göttliche Energie im Körper zu aktivieren.
Der Klangaspekt eines Mantras nimmt die Form der Gottheit an, die mit dem Mantra verbunden ist und führt in einen Zustand tiefer, ungebrochener Konzentration. Wenn die göttlichen Energien durch Samentöne oder Samen-mantras aktiviert werden, erwachen Sie in der Kundalini. Man kennt diese als die schlafende göttliche Urenergie, die im Wurzelchakra (mulhadara) verankert ist und sich wie eine Schlange aufrollt, wenn die Energie nach oben steigt.
Die Chakren hören auf zu arbeiten, wenn Kundalini aufsteigt und der Atem angehalten wird. Wenn der Atem wieder einsetzt, werden die Chakren reaktiviert. Hier auf Erden versuchen wir das Verhalten des individuellen Bewusstseins zu verfeinern, indem wir Steuerungsmechanismen einsetzen und den Einfluss der Chakren harmonisieren.
Energie fließt durch die Chakren und wird von ihnen transformiert. Verhalten unterliegt den Einflüssen der Elemente, der pranischen Energie, des Geistes, des Verstands und des Egos. Man kann sich die Chakren als geistige Räder vorstellen, die im Reich der Wünsche beheimatet sind. Und Wünsche, genau wie Räder, sind großartige Antriebskräfte. Als Werkzeuge der Elemente schaffen die ersten fünf Chakren innere Umgebungen, die sich je nach der Energie des Elements, das gerade wirkt, entsprechend verändern.
Zum Beispiel hat der Begriff Sicherheit nach dem Einfluss der fünf Elemente (pancha mahabhutas) bei jedem der ersten fünf Chakren eine andere Bedeutung: Beim ersten Chakra bedeutet er Arbeit und Obdach; beim zweiten eigene Schönheit, Jugend und Schöpfungskraft (auch im sexuellen Kontext); beim dritten geht es um Autorität, Macht und Ansehen: beim vierten um Glaube und Vertrauen; beim fünften um Wissen und Erkenntnis.
Wenn wir den Yamas und Niyamas (persönliches, soziales und yogisches Verhalten) gefolgt sind, eine stabile Asana (Stellung) einhalten und Pranayama (Atemkontrolle) beherrschen, werden wir zu Eingeweihten auf dem Weg des Yoga. Danach kommen Rückzug von Prathyahara (den Sinnen) und Dharana (Konzentration). Alle diese Schritte sind notwendig, um zur Kraft des Dhyana (der Meditation) zu gelangen, und das ist das eigentliche Yoga. Der erste Schritt in der Meditation ist die Reinigung der fünf Elemente (pancha tattvas), deren Ursprung der fünf Essenzen (der pancha tanmatras), und der fünf Sinnesorgane als der fünf Arbeitsorgane (pancha indriyas).
Dieser Prozess der Reinigung erfolgt durch ihre Aufnahme in Kundalini Shakti. Das Aufsteigen der Kundalini ist daher das wichtigste Anliegen eines Yogi. Wir müssen daran denken, dass jeder Atemzug mit einem der Elemente und dem damit verbundenen Chakra zusammen arbeitet. Die Chakren arbeiten nicht alle miteinander, sondern jeweils mit dem Element, das ihnen zugeordnet ist.
Eine Meditation zum Muladhara Chakra in Gegenwart des Elements Erde sorgt für natürliche Gesundheit, einen starken Körper und gutes Denkvermögen. Sie verlängert das Leben.
Eine Meditation zum Svadhishthana Chakra in Gegenwart des Elements Wasser befreit den Körper von Krankheit, gibt uns mehr Lebenskraft, Empfindsamkeit, Verstandeskraft, künstlerische Fähigkeiten, und macht uns anziehend für das andere Geschlecht.
Eine Meditation zum Manipura Chakra in Gegenwart des Elements Feuer fördert die natürliche Widerstandskraft des Körpers, erhöht die Lebenserwartung und setzt bestimmte, aussergewöhnliche Fähigkeiten frei, wie Befehlsgewalt, Autorität, Organisation, Führungsrolle und Management.
Eine Meditation zum Anahata Chakra in Gegenwart des Elements Luft fördert innere Schönheit und persönliche Anziehungskraft (ojas). Der Körper wird dabei hoch attraktiv, nicht nur gegenüber dem anderen Geschlecht. Sie fördert die Kraft des Verstandes und führt zu einer intellektuellen Entwicklung, die über das Normalmaß hinaus geht. Wir erlangen vielleicht außerordentliche Sinneskräfte oder poetische bzw. schriftstellerische Fähigkeiten.
Eine Meditation zum Vishuddha Chakra in Gegenwart des Elements Raum&Äther erzeugt stählerne Härte und Kraft, die Fähigkeit zu tiefer Versenkung, die Enthüllung von Erkenntnissen jenseits des geschriebenen Worts, sowie die Macht zu erklären und zu verdeutlichen.
Eine Meditation zum Ajna Chakra in Gegenwart des Sushumna (Rückenmark) beschert uns nicht-duales Bewusstsein und Heilungskräfte. Sie fördert die Entwicklung unserer Intuition sowie die Fähigkeit, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu sehen.
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